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Der Friedhof ist der „letzte Garten“ des Menschen und er ist das Feld der Kunst seit Jahrtausenden.
Grabsteine für Pharaonen, Könige, Fürsten, Künstler und für jedermann sind Ausdruck der menschlichen
Hoffnung auf Ewigkeit und entsprechen dem Wunsch, zumindest als Erinnerung der irdischen Welt
erhalten zu bleiben.
Die Schönheit der Grabmonumente und die Poesie der Inschriften sollten die Unausweichlichkeit des
Todes erträglicher machen, über den Verlust hinwegtrösten, den abgebrochenen Dialog fortsetzen.
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist ein allmähliches Verschwinden der Grabkunst zu verzeichnen.
Atheistischer Nihilismus, gepaart mit einer fast archaischen Angst vor dem Tod, die alles, was daran
erinnert, verdrängt, führt dazu, dass See- und Waldbestattungen immer mehr in Mode kommen.
Eine Jahrtausende alte Tradition steht damit, zumindest im aufgeklärten Europa, an ihrem Endpunkt
und lebt allenfalls in den Soldaten-, Helden- und Herrschergräbern fort.
Die Sehnsucht nach dieser Kunst des Trostes, der Hoffnung und der Melancholie ist jedoch ungebrochen.
Friedhöfe wie Pere Lachaise in Paris, San Michele in Venedig oder der Dorotheen-Friedhof in Berlin,
um nur einige zu nennen, zeigen dies auf – ebenso unzählige Photobände mit
Gedichten und Essays über Gräber und Friedhöfe
der „alten Welt“.
Auch diese Seite des „Lebens“ entspricht dem Zeitgeist.
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